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FOREVER AND A DAY auf DVD, Blu-ray und Digital Video Longform

Mit einer gigantischen Welt-Tournee wollten sich die Scorpions von ihren Fans verabschieden. Der von der Deutschen Welle koproduzierte Kinofilm FOREVER AND A DAY zeigt, wie die berühmteste deutsche Rockband dabei noch einmal voll durchstartet. Am 21. August erscheint der Film in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf DVD, Blu-ray und Digital Video Longform.

Blu-ray_Cover

Wer hat eigentlich nicht schon einmal von einem Leben als Rockstar geträumt? Mit den besten Kumpels rund um die Welt touren, Platin-Platten einspielen, mit der E-Gitarre die Frauen betören – das ganze Programm eben. Scorpions-Gründer Rudolf Schenker hat diesen Traum wahr werden lassen. Nein, er und seine Bandkollegen haben lange dafür gearbeitet. Dennoch sollte irgendwann Schluss sein: Die fünf Hardrocker aus Hannover kündigten 2010 ihre Abschiedstournee an.

Im Auftrag der Deutschen Welle begleitete eine Filmcrew die Scorpions jahrelang hautnah bei ihren Konzertreisen rund um den Globus. In der Dokumentation FOREVER AND A DAY lassen die Musiker erstmals ihre einzigartige Bandgeschichte im Kinoformat Revue passieren. Der Zuschauer erlebt dabei eine überraschende Metamorphose und erfährt, warum die Bandmitglieder schließlich doch nicht aufhören wollen.

100 Millionen Tonträger sind kein Pappenstiel

Hinter dieser Weltkarriere stecken viel Energie, Beharrlichkeit und natürlich auch Können. Schnell wird klar: Die Scorpions spielen mit gutem Grund seit so langer Zeit in der obersten Rockliga mit. Ihre 100 Millionen Tonträger haben sich nicht von alleine verkauft. Vor allem in den 1970er und 80er Jahren hat die Band Lieder geschrieben, die voll den Nerv der Zeit trafen und zugleich zeitlos sind. Hardrock-Standards wie „Rock You Like A Hurricane“ und „Big City Nights“, aber auch Balladen wie „Holiday“ und „Still Loving You“.

Im Film kommen vor allem Sänger Klaus Meine und die Gitarristen Rudolf Schenker und Matthias Jabs zu Wort. Sie erinnern sich an große Momente aus der Band-Historie. Regisseurin Katja von Garnier hat viele dieser unterhaltsamen Anekdoten mit historischem Bildmaterial aus dem Bandarchiv zum Leben erweckt. Die Musiker erzählen von den zahlreichen wichtigen Entscheidungen, die sie auf dem Weg zur Spitze treffen mussten. Der Werdegang von der niedersächsischen Garagen-Band bis zum Headliner großer Festivals von Rio bis Moskau erfordert nicht nur Talent, sondern auch Wagemut, Nervenstärke und Visionen.

In seiner ihm eigenen, sehr enthusiastischen Erzählweise macht Rudolf Schenker gleich zu Anfang klar, dass die Scorpions nichts geschenkt bekommen haben. Sie haben sich mit viel Disziplin durchgebissen. Außerdem hat der Gitarrist seine Ziele schon immer ein bisschen höher gesteckt als andere: gegen alle Widerstände von Musikberatern, Label-Chefs und Promotern. So spielen sich die Hardrocker erst durch Deutschland, dann durch Europa und Japan und landen schließlich im Hubschrauber als Headliner auf amerikanischen Festival-Bühnen.

Fünf Jahrzehnte mit einer Stimme

Doch natürlich gibt es in so einer Bandgeschichte auch Schattenseiten des Ruhms – beispielsweise den Stimmverlust Klaus Meines bei den Aufnahmen zum Album „Blackout“ im Jahr 1981. Zehn Monate lang ist völlig unklar, ob Klaus Meine jemals wieder mit alter Stimmkraft singen kann. Zehn Monate sind eine lange Zeit im Musikgeschäft und deshalb bietet Meine seinen Bandkollegen den Ausstieg an: damit sie ihre Karriere fortführen können. Doch die Musiker lehnen ab. Rudolf Schenker hält die Band zusammen und nach einer komplizierten Stimmbänder-Therapie geht es weiter. Beharrlich weiter aufwärts.

Ein knappes Jahrzehnt später veröffentlichen die Scorpions ihren größten Hit. „Wind of Change“ gilt bis heute als Soundtrack der deutschen Wiedervereinigung. Klaus Meine erzählt rückblickend, wie er das Ende des Kalten Krieges bei einem Friedenskonzert in Moskau bereits Monate zuvor spüren konnte und dieses Gefühl in Musik umsetzte.

Ansonsten sind die 90er Jahre sicherlich das am wenigsten erfolgreiche Jahrzehnt in der Bandbiografie. Doch in den Nuller Jahren gewinnen sie mit ihren Live-Shows viele neue Fans dazu – vor allem außerhalb Deutschlands. In ihrer Heimat dagegen werden die Hannoveraner für ihren Sound und ihr Image als Macho-Hardrocker lange Zeit belächelt. Doch auch das ändert sich: Der Respekt für die Lebensleistung der Scorpions überwiegt immer häufiger in der Berichterstattung über sie.

Die Menschen hinter den Rockstars

Irgendwann fragt man sich als Zuschauer von FOREVER AND A DAY: Warum dann überhaupt eine Abschiedstournee? Auch darauf gibt der Film eine klare Antwort. Zwar neigt keiner der Scorpions vor der Kamera zum Jammern, trotzdem gelingen der Filmemacherin immer wieder tiefe Einblicke hinter die Kulissen der Rockstar-Fassaden.

Ein besonders bewegender Moment entsteht bei einer Limousinen-Fahrt durch Paris: Klaus Meine und seine langjährige Ehefrau Gabi sprechen darüber, wie schwierig der Spagat zwischen Bühnen- und Privatleben oft sein kann. Denn auch wenn der Scorpions-Sänger seit Jahren ein stabiles Zuhause als Rückzugsort hat, spürt er die Folgen seines Lebenswandels immer wieder schmerzlich: „Dann sagt Gabi auch zu Recht: ‚Jetzt könnten wir mal was Schönes unternehmen, aber Du hast Deine Energie da draußen auf der Straße gelassen und ich krieg nur die Reste‘.“ Der Vorwurf steht im Raum, doch gleichzeitig ist auch tiefes Verständnis der beiden Lebenspartner füreinander spürbar.

Rock-Show statt Rente

Wer die Musikpresse der letzten Monate verfolgt hat, weiß es längst: Die Scorpions haben ihren Traum noch lange nicht ausgeträumt. Stattdessen feiern sie 2015 ihr 50-jähriges Band-Bestehen mit einer Jubiläumstour, die sie von China bis Chicago führt. Im Gepäck hat die Band das 18. Studioalbum: „Return to Forever“ ist in 13 europäischen Ländern in die Top 20 eingestiegen. Allein in Russland hat das Album Platinstatus erlangt, denn dort findet sich eine der größten und treuesten Fangemeinden der Scorpions. Folgerichtig hat Frontmann Klaus Meine im Mai in St. Petersburg seinen 67. Geburtstag gefeiert – natürlich auf einer Bühne.

Die Gegenwart hat das Filmgeschehen nicht etwa überholt. Vielmehr fügt sie sich nahtlos ein in das Bild, das man sich nach 100 Minuten von den Scorpions gemacht hat. Ihr Abschied ist anfangs noch ernst gemeint. Aber während ihrer „Farewell-Tour“ geben Klaus Meine und Rudolf Schenker mit Mitte 60 noch einmal Vollgas. Fans aller Altersstufen feiern die Band und ihre Musik so überzeugend, dass die Norddeutschen gar nicht anders können als weiterzumachen. Und die vielen Konzertbilder und Tour-Momente sind so eindrucksvoll, dass am Ende auch dem letzten Zuschauer völlig klar ist: Aufhören ist für die Scorpions keine Option. Stattdessen möchte man ihnen zurufen: „Spielt’s noch einmal, Jungs.“ (Autor: Mikko Stübner-Lankuttis)

Euromaxx-Bericht über die Weltpremiere

Mit 100 Millionen verkauften Tonträgern sind die Scorpions Giganten des Hardrocks: 2015 feiern sie ihr 50-jähriges Bandbestehen. Auf ihrer weltweiten Abschiedstournee beschlossen sie irgendwann einfach weiterzumachen. Diese und andere Geschichten erzählt der von der Deutschen Welle koproduzierte Dokumentarfilm. Hier ist der Bericht über die Weltpremiere von FOREVER AND A DAY in Berlin.

Weltpremiere in Berlin

Weltpremiere
Es ist kurz vor 22:30 Uhr, als die Scorpions im Berliner Kino der Kulturbrauerei mit stehenden Ovationen begrüßt werden. Viele der 600 Besucher tragen schwarzes Leder und silberne Nieten – so wie man es auch von den Hardrockern aus Hannover seit mehreren Jahrzehnten kennt. Die Scorpions haben eine treue Fangemeinde: Die Premiere ihres ersten Kinofilms wird zum Pflichttermin.

In 97 Minuten bekommen die Zuschauer intime Einblicke in die Dynamik der Band und die Emotionen der Musiker. Die Scorpions gewinnen immer mehr Vertrauen zu den Filmemachern und werden für ihre Ehrlichkeit belohnt: Großen Applaus gibt es in der Szene, in der klar wird, dass Frontmann Klaus Meine eine der wenigen erfolgreichen Ehen im Rockgeschäft führt: Der 66-jährige Sänger ist seit 1977 mit seiner Frau Gabi verheiratet. „Dieser Moment war im wahrsten Sinne des Wortes ganz großes Kino“, sagt Rolf Rische, Kulturchef der DW, nach dem Screening. Er hatte vor sieben Jahren die Idee zu dem Film und freut sich über den gelungenen Premierenabend. Auch Klaus Meine erinnert sich gerne an das erste gemeinsame Gespräch vor Jahren zurück und ruft stolz: „Jetzt stehen wir hier 2015 und haben das gemeinsam durchgezogen!“

DW-Intendant Peter Limbourg ist sehr zufrieden mit FOREVER AND A DAY: „Wir können mit solchen Produktionen zeigen, welche tollen Sachen es in Deutschland gibt.“ Dazu erläutert er die Parallelen zwischen seinem Auslands-Sender und der Band: „Beide sind auf ihre Art Botschafter Deutschlands und wir tragen ein bisschen dieses Bild nach außen.“

Intensive Zusammenarbeit

FOREVER AND A DAY erzählt davon, wie die Scorpions auf eine lange Abschiedstournee gehen und von Bangkok bis Moskau frenetisch gefeiert werden. Das Ende ist bekannt: Die Scorpions haben sich doch nicht aufgelöst. Stattdessen feiern sie 2015 ihr 50. Bandjubiläum mit einer neuen Tour, einem neuen Album – und eben diesem Kinofilm. Der ist ein Langzeitprojekt geworden: Drei Jahre lang hat die Filmcrew das Quintett immer wieder bei Tournee-Stationen in der ganzen Welt getroffen. „Das ist eine lange Zeit – daher wollten wir für die Regie jemanden, mit dem die Chemie stimmt“, sagt Klaus Meine. Die Wahl fiel auf Katja von Garnier. Sie traf die Hardrocker zum Kennenlernen beim Spargelessen in einem Landhotel und erkannte gleich ein Spannungspotential: „Sie sind bodenständig und pünktlich – gleichzeitig leben sie nach der Maxime ‚The Sky is the Limit‘.“

Wie aufwändig es war, dieses Filmprojekt zu realisieren zeigt auch die Anzahl der beteiligten Partner auf der Premierenbühne. Neben der DW waren auch der Filmverleih Tempest Film, die Produktionsfirma DOKfilm Babelsberg der Sender ZDF/Arte, die Nordmedia Filmförderung sowie die deutsche Filmförderungsanstalt FFA mit dabei. Alle Beteiligten waren sich einig, dass der Film keine normale Tournee-Dokumentation werden sollte: „Wer will schon hören, dass eine Band ein Stadion ausverkauft hat“, erklärt Leadgitarrist Matthias Jabs lapidar.

50 Jahre im Dienst von Hardrock

So ist es eine Geschichte über Musik und Freundschaft geworden. Der jahrzehntelange Zusammenhalt der Bandmitglieder ist ihr Erfolgsgeheimnis. Das begeistert auch die Premieren-Zuschauer. „Der Film ist eine Verneigung vor der Lebensleistung dieser Band“, urteilt Marcel Schleiff, Filmemacher und Hardrock-Experte. Ihn faszinieren vor allem die ungekannten Super-8-Aufnahmen aus dem Band-Archiv.

Die Erinnerungen von Bandgründer Rudolf Schenker an die Anfangstage sorgen für viele Lacher: So wie die Geschichte des vom Arbeitsamt vermittelten Auftritts in einem Tennisclub oder die Überpünktlichkeit der deutschen Musiker bei ihrem ersten Gig in Liverpool. Der Gitarrist und Songschreiber fühlt sich von der Regisseurin voll verstanden: „Sie hat diese Macho-Maske von den Scorpions genommen und hinter der Maske eine ganz andere Band zum Vorschein gebracht.“

Neuer Auftrieb

Vor allem soll der Film bei den Zuschauern gut ankommen – auch bei denen, die sich sonst nicht für Hardrock interessieren. Das gelingt auf der Berliner Premiere sehr gut und so gesteht Klaus Meine, dass sein Herz nun ein wenig schneller schlage als sonst. Auch Matthias Jabs ist stolz auf den fertigen Film und fügt lächelnd hinzu: „Wie ich uns kenne, wird es noch einen Teil 2 geben müssen, denn wir hören ja einfach nicht auf.“ Rolf Rische von der DW wäre jedenfalls bereit dafür: „Auf jeden Fall – jetzt wo ein Vertrauen da ist, kann man natürlich noch mal ganz anders zusammen arbeiten.“

Nun gilt es aber erst einmal für alle Beteiligten, die Lorbeeren zu ernten. Parallel zu den jeweiligen Tour-Stopps soll der Film 2015 weltweit in die Kinos kommen. Mit der Weltpremiere von FOREVER AND A DAY wurde das Jubiläumsjahr der Scorpions soeben feierlich eröffnet.

Filmplakat


Das offizielle Filmplakat. Nach der Weltpremiere kommt FOREVER AND A DAY am 26. März in die deutschen Kinos. Danach wird der Film auch international auf der großen Leinwand zu sehen sein und auf DVD veröffentlicht. Die Sendetermine im Programm der Deutschen Welle und von ARTE stehen noch nicht fest.

Filmtrailer

Die Weltpremiere von FOREVER AND A DAY wird am 7. Februar 2015 in Berlin gefeiert. Hier ist schon mal ein kleiner Appetithappen.

Sneak-Preview im Kino

In Anwesenheit der Scorpions wurden in Hannover erstmals exklusive Ausschnitte aus dem Dokumentarfilm FOREVER AND A DAY auf der großen Leinwand gezeigt. Die Musiker und die geladenen Gäste im „Astor Grand Cinema“ waren begeistert.

Sänger Klaus Meine sagte im Interview mit dem DW-Musikmagazin PopXport: „Wir haben noch nie ein Filmteam so nah an uns heran kommen lassen wie für diesen Film. Er beleuchtet nicht nur den Glamour und den Rock ’n’ Roll auf der Bühne, sondern auch die andere Seite des Musikgeschäfts: die Selbstzweifel und die persönlichen Probleme.“

Gitarrist Rudolf Schenker meinte: „Das ist nicht einfach ein Musikfilm, sondern mehr als das. Er funktioniert auf vielen Ebenen und geht auch noch ans Herz. Mehr kann man nicht erwarten.“

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